Kickboxen, K 1 & Sanda

Kickboxen ist eine moderne Wettkampfsportart, bei der Hände und Füße gleichermaßen zum Einsatz kommen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Kombination aus Kicks (Tritttechniken) und Boxen (Schlagtechniken). Die Geschichte des modernen Kickboxens ist im Unterschied zu traditionellen Kampfkünsten eine vergleichsweise kurze, da es sich bei dieser Sportart um eine Symbiose aus verschiedenen schon existierenden Kampfkünsten handelt. Der ursprüngliche Name lautet Sportkarate oder All-Style-Karate, weil sich das Kickboxen aus den Techniken des Karates, Thaiboxens, Taekwondos und Boxens entwickelt hat.

Im ExitAsia Gym Freiburg und Kirchzarten trainieren wir Kickboxen nach dem K 1 Regelwerk. Dieses entstand, um verschiedene Kampfsportarten (außer Bodenkampf) sinnvoll gegeneinander antreten lassen zu können. Es erlaubt neben den üblichen Tritten und Schlägen des Kickboxens auch Lowkicks (Tritte zum Oberschenkel) und Kniestöße. Ebenso binden wir Wurf- und Fegetechniken aus dem Sanda (San-Shou) in unser Training mit ein.
Kickboxen ist eine dynamische Kampfsportart, bei der zusätzlich zum Techniktraining Fitness, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit und Reaktionsvermögen gefördert werden. Mit unserem Training haltet ihr aber nicht nur euren Körper fit und gesund. Neben körperlichen Fähigkeiten trainiert ihr auch charakterliche Eigenschaften wie Mut, Willenskraft, Selbstvertrauen, Disziplin und Fairness. Und das alles in freundschaftlicher und rücksichtsvoller Atmosphäre.
Das klassische Kickboxen unterteilt sich in drei Hauptstilrichtungen:

Semikontakt

Beim Semikontakt wird nach jedem klaren, kontrollierten Treffer am Kopf oder Oberkörper der Kampf kurzzeitig unterbrochen und die, der Technik entsprechenden Punkte gewertet. Nach der Wertung wird der Kampf dann fortgesetzt. Sieger ist schlussendlich der Sportler der nach Ablauf der Kampfzeit (2 Min.) die meisten Punkte erlangt hat.

Leichtkontakt

Im Vergleich zum Semikontakt wird beim Leichtkontakt der Kampf nicht (nach jedem Treffer) unterbrochen. Die Punktrichter zählen die erfolgten Treffer und kommen am Ende des Kampfes zu einer Entscheidung. Wirkungstreffer sind verboten. Leichtkontaktkämpfe werden in den meisten Fällen auf Matten ausgetragen.

Vollkontakt

Wie beim klassischen Boxen, kann im Vollkontakt der Kampf sowohl über einen Punktsieg, als auch durch ein K.O. entschieden werden. Die Vollkontakt-Variante des Kickboxens wird im Gegensatz zu den anderen beiden Stilrichtungen in einem Boxring ausgetragen. Generell sind im Vollkontakt Tritte und Schläge zum Oberkörper und Kopf erlaubt. Zu den Vollkontaktvarianten des Kickboxens gehören K1, Sanda, Kickboxen mit Lowkicks und der klassische Vollkontakt.

 

Die Geschichte des Kickboxen

Der Ausgang des zweiten Weltkrieges führt zu einer enormen Verbreitung der verschiedenen Kampfkünste in den USA. Die Amerikaner lernen als Besetzungsmacht Land, Leute und Kultur des asiatischen Raumes kennen und somit auch die Kampfkünste. Diese gesammelten Erfahrungen brachten die Soldaten und ihre Familien mit in ihr Heimatland. Zu diesem Zeitpunkt und auch in den darauf folgenden Jahren suchten viele Asiaten ihr Glück in den USA, unter ihnen waren viele Großmeister der verschiedenen Kampfkünste.

Die modern eingestellten Amerikaner richteten schnell Turniere aus, um herauszufinden welches System das Beste ist. Gekämpft wurde ohne Schutzausrüstung, das Regelwerk war von Turnier zu Turnier verschieden. Aufgrund der fehlenden Schutzausrüstung kam es häufig zu teilweise starken Verletzungen.

Anfang der siebziger Jahre entwickelt der in Amerika lebende Koreaner Jhon Rhee, auf anraten seines Freundes, der Filmlegende Bruce Lee, die erste Schutzausrüstung. Er legte so den Grundstein für einen neuen Wettkampfsport. Aus den Ursprungssystemen Karate, Kung-Fu, Tae-Kwon-Do und dem englischen Boxen entstand so das All-Style-Karate, das später mit dem Namen Kick-Boxen seinen Siegeszug um die Welt antrat.

In den nächsten Jahren entwickelt sich schnell ein festes Regelwerk. Die amerikanischen Medien sorgen immer mehr für eine Annäherung der neuen Sportart an das Boxen. Es entstanden die drei Kick-Box-Systeme Semikontakt-Punkt-Stop, Leichtkontakt und Vollkontakt. Insbesondere das Vollkontakt, dass im Ring ausgetragen wird, war für das Fernsehen sehr attraktiv.

Als Vater des Kick-Boxens wird häufig Mike Anderson genannt, der im Jahr 1974 die erste Weltmeisterschaft im Kick-Boxen ausrichtete. Doch auch die Kampfsportlegenden Bill Wallace, Joe Lewis, Al Dacascos, Chuck Norris, Benny Urquidez oder Dominique Valera sorgen für eine schnelle Verbreitung des Kick-Boxens.

Mitte der siebziger Jahre fand das Kick-Boxen Einzug in Europa und somit auch in Deutschland. Als Pionier muss hier der Berliner Georg F. Brückner genannt werden, der 1974 das erste Turnier in Berlin organisierte. Er bestimmte über viele Jahre die Kick-Box-Szene nicht nur in Deutschland.

Heute hat sich diese junge Sportart fest etabliert und ist aus dem Kampkunstsektor nicht mehr weg zu denken. Zurzeit gibt es viele verschiedene Verbände und Organisationen, die diese Sportart anbieten. Doch immer mehr Turniere finden offen für alle Sportler statt und die verschieden Regelwerke passen sich immer mehr aneinander an. Annäherung, Koordination und Kooperation der verschieden Verbände und Organisationen sind zu begrüßen, um diesen anspruchsvollen Sport weiter zu verbreiten.

(Text: Geschichte des Kickboxen, Markus Bär 1990)

Auf der Internetseite unserer Dachverbände findest du weiteres Wissenswertes über diesen faszinierenden Sport: ISKA Deutschland und WKU Deutschland


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